Landschaftsschützende Maßnahmen im Plänterwald?

Was geht vor im Plänterwald?
Jahrelang konnte sich der Plänterwald nahezu ungestört zu einem wunderbaren Erholungsgebiet entwickeln, dass von vielen Menschen wegen seines naturnahen Wildwuchses und der vielfältigen verschlungenen Wege und Pfade hoch geschätzt wird.
Seit 2011 gibt es wieder einen Förster, der für den Plänterwald zuständig ist. Seitdem wundern sich viele Menschen über Eingriffe und Maßnahmen, die das Erscheinungsbild des Waldes nachteilig verändern. Nach vielen Gesprächen mit dem Förster, Herrn Stefan Voigt, kann man folgendes Konzept feststellen:

• Die schmalen Wege sollen nach und nach „zugezogen“ werden, damit die Bodenbrüter wieder von Hunden ungestört brüten können.
• Auf den verbleibenden Hauptwegen soll die Verkehrssicherungspflicht umgesetzt werden, d.h. der Baumbestand entlang der Wege auf ein sicheres Maß zurückgestutzt werden.
• Der Spitzahorn soll, weil er ein „fremdes“ Gewächs sei und zu schnell wächst, stark dezimiert werden.
• Insgesamt soll der Wald ausgedünnt werden, damit wieder „Licht an den Boden“ kommt.

Es gibt viele Argumente, warum solche Maßnahmen, wenn sie denn als sinnvoll erachtet werden, nur sehr behutsam durchgeführt werden sollen. Das Landschaftsschutzgebiet muss bestimmungsgemäß in seiner Eigenart erhalten bleiben, der Naturhaushalt als Lebensraum muss gefördert werden und der Erholungswert darf nicht gemindert werden.
Die Art und Weise, wie bisher vorgegangen wurde, widersprechen allerdings diesen Grundsätzen weitgehend.

Die Qualität des Landschaftsschutzgebietes Plänterwald nimmt mit jedem „Wintereinschlag“ rapide ab. Es drängt sich zudem die Vermutung auf, dass Sturmschäden durch die neu entstehenden Lichtungen begünstigt werden.
Ein Effekt der Vergabe der von gefällten Bäumen an Brennholznutzer ist, dass wochenlang im Wald herumgesägt wird, was den Erholungswert des Waldes zeitweise stark herabsetzt.

Als Beispiele sind vier Maßnahmenschwerpunkte ausgewählt (Karte).

Das Zuziehen der Wege und Pfade – Beispiel 1

2011 begann ein unschönes Schauspiel um einen Pfad, der vom Klipper-Restaurant in den Wald führt (1, rot in der Karte). Der schöne kleine Pfad war als Alternative zum Weg entlang des Zaunes am Spreepark sehr beliebt. Das zauberhafte Waldstückchen wurde in einer großen Aktion „ausgeweidet“ – übrig blieben nur die größeren Bäume. Das Totholz wurde auf den Pfad gestapelt.

Im Ergebnis haben sich entlang der gesamten Strecke sehr schnell Parallelpfade gebildet. Weil dies nicht optimal erschien, wurden viele der Barrieren von Spaziergängern beiseite geräumt.

Das Drama zog sich mit immer neuen Fäll- und Stapelaktionen, Trampelpfadbildungen und Räumungen dahin. Mittlerweile war zu vernehmen, dass die Försterei endlich das öffentliche Interesse an dieser Wegebeziehung anerkannt hat und den Weg nun offenhalten will.

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Die Ausdünnung des Waldgebietes 2

Dass diese Maßnahme nicht die gewünschten positiven Effekte gebracht hat, sieht auch der Revierförster ein. Unschöne Holzstapel, Baumruinen und Wurzelstöcke bieten kein gutes Bild. Der nordwestliche Waldabschnitt ist durch die Ausdünnung ein Paradies für Brennesselbewuchs geworden. Im Sommer werden dadurch sogar die Wege unpassierbar.

Auch dieser Zugang wird durch Baumfällungen immer weniger einladend. Baumruinen schaden dem Gesamtbild des Landschaftsschutzgebietes. Die Ausdünnungen im Randbereich fördern offenbar auch die Gefahr von Sturmschäden.

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Die Zerstörungen im Waldgebiet 3

Im Dezember 2012 ging es plötzlich nahe der Kinderplantsche mit den Waldarbeiten los. Im Resultat sind gravierende „Löcher“ in den Wald geschlagen worden.

Mit schwerem Gerät wurde gearbeitet. Es wurden zahlreiche gesunde Bäume gefällt und der Charakter des Waldbereiches nachhaltig geschädigt.

Warum werden so viele Bäume gefällt?

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Die Maßnahmen im Waldgebiet 4

2011 glich das Waldgebiet entlang der Spree vorübergehend einer Mondlandschaft. Es wurde wenig getan um die Wege wieder passierbar zu machen. Auch heute noch müssen insbesondere Sportler ein Verletzungsrisko auf den Wegen eingehen.
Der Wald wurde stark ausgedünnt – übrig blieben Holzstapel, die eine ungewohnte Ordnung in den Wald bringen und das Erscheinungsbild beeinträchtigen.

Wie bekannt wurde, darf von den Holzstapeln nichts entnommen werden. Brennholzsammler müssen das übrige Totholz auflesen. Übrig bleibt ein Waldboden, dem es an Totholz fehlt während die Holzstapel störende Fremdkörper im Wald darstellen. Dies widerspicht dem Konzept der Senatsverwaltung, Totholz zur Waldbodenverbesserung mehr denn je zu belassen, komplett.


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Diverse Einzelmaßnahmen


Nutzholz zu Brennholz?

Es wurde immer wieder beobachtet, dass auch Bäume mit einem beträchtlichen Stammumfang zu Brennholz verarbeitet werden. Dieses offenkundige Beispiel zeigt eine gut 100 Jahre alte Eiche, die schon mal in Scheiben zersägt wurde.

Hier wird ein beträchtlicher Ahorn zu Brennholz zersägt


…und immer wieder die Wege…

Seit an dieser Stelle ein offenbar kerngesunder Baum gefällt wurde, muss seit Jahren Schlangenlinie gelaufen werden.

Lange Holzbarrieren sollten verhindern, dass zugezogene Wege umgangen werden können.
Immerhin taugt der Baumstamm, der vom Kleinkrieg gegen Spaziergänger übrig geblieben ist, noch als Sprungschanze…


Die Ästhetik der Verkehrssicherungspflicht

Mittlerweile sind die Maßnahmen an der Waldschule angekommen.